Bewohnt 
15.7.12, 09:42
Geposted von Administrator

Bewohnt



Es ist ein Labyrinth
wir, wenn wir zusammen verschmelzen
lass uns dann den Hof mit geheimen
Gängen ausbauen, tief im Innersten
kannst du wohnen, dann
wohne ich im äußersten Gang,
schneckenartig zurückgezogen
ab und zu zügellos und
verstecken können wir spielen,
treffen wir uns
sehen wir uns
sonst nicht


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Allein 
15.7.12, 09:42
Geposted von Administrator

Allein



will auf der Stelle mit einem Spezialisten reden
möchte erfahren wo die Toleranz wohnt
ob sie blond ist oder braun oder groß
oder eher klein und wie hoch ihre
Liebeserwartung ist, wenn überhaupt
höre ich den Anrufbeantworter,
er hat was sehr Aristokratisches wie
Großmutter sitze ich in der Küche
rotsehend und höre der Hündin zu
die aus dem Telefon bellt,
wenn ich die Telefonrechnung nicht bezahle
wird das Reden abgestellt,
wenn ich das Fass zum Überlaufen bringe,
wird das Wasser abgestellt
will mit einem Spezialisten reden
und frage mich
wer mich wohl hört
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Lügen! 
15.7.12, 09:40
Geposted von Administrator

Lügen!



Warum du keine Rosen möchtest,
vertrocknete Duftmarke übt Verrat
und reibt sich auf bei dem Versuch
deine schadhafte Weiblichkeit zu erreichen,
eine Art Exorzismus wäre das und
die echte Frau die Fortsetzung
der Frau das Ende ist beschrieben,
von etwas mit blutigen Fingern,
vor einem leeren Blatt, ein Hauch
von Schönheit deren Mund vergaß
Vergeltung zu fordern, aufgefressen
aller Glaube, übrig nur trockene Krumen
von Wissen, das Misstrauen schürt,
kein Geist, der bezaubert entlfammt
warum du keine Rosen möchtest,
weil es keinen Zweck hat zu lügen.


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Grrr! 
15.7.12, 09:37
Geposted von Administrator

Grrr!



mancher ist ünsägbar unzersprossen
hoch und heil ich in meiner innern wucht bah
dornunter und entbohrt so grrr und groll
aus sich selber neu der
der dutzend ist und eins
nimmt sich nicht ganz
so wichtig!
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Still 
15.7.12, 09:29
Geposted von Administrator

Still



Wer über Friedhöfe spaziert,
liebt die Rinden, Borken allesamt,
feinrissig, schuppig, schmale Rillen, breite Rillen
schnürig oder unschnürig, die Zeit
vergeht hier anders, mal schneller, mal träger
und die stille Gesellschaft sind mir die Toten -
Alte, Jugendliche, Kinder sogar Babys
die Opferlämmer liegen vereint im selben Sterbetag
alle Namen verwittert, ausgewaschen, übermoost
liegen unvergessen zwischen den Bäumen und
unter Büschen verlieren sich Grabplatten,
schütteln ihre Identität ab, ein paar liegen dicht
zusammen wie geängstigte Tiere im Regen,
unter den aufgespannten Schirmen der Platanen,
wer über Friedhöfe spaziert,
liebt Bäume.


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Perfekt 
15.7.12, 09:29
Geposted von Administrator

Perfekt



Ich werde
Staubkörner sammeln
winzige Punkte in meinem Gesicht,
die sich verschieben lassen
auf dem Monitor
oder austauschen
gegen den Schimmer
einer Kerze aus dem Hintergrund,
dann fahre ich mit dem Zeigefinger
über den Bluescreen,
der über mir schwebt und
vergrößere den Bildausschnitt
um zweihundert Prozent,
perfekt!
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Trotzig II 
15.7.12, 09:24
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Trotzig II



Ach was! Was passt denn schon zu wem in welcher Zeit
die Sterne leuchten ganz egal ob ich sie seh
im Mutterleib und auch im Grab, von Anfang bis
ans End der Zeit, und bin nun mal und bin
ein Glückskind, denn mein guter Stern war immer da,
ich lebe das ist der Beweis, mich hat man geboren
gezogen und nicht unters Totentuch gesteckt, noch
nicht so weit unter die schwarze Erde ganz gepflügt, nein
mir reicht es, dass ein heller Stern am Himmel steht
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Machenlassen! 
15.7.12, 09:23
Geposted von Administrator

Machenlassen!



Kinder, die laut sein dürfen lernen wie wohltuend Stille sein kann,
Kinder, die dreckig sein dürfen, lernen wie schön es ist im Matsch zu spielen,
Kinder, die hinfallen dürfen, lernen wie leicht es ist wieder aufzustehen,
Kinder, die wütend oder traurig sein dürfen, lernen wie wichtig ihre Gefühle sind,
Kinder, die weinen dürfen, lernen wie gut es tut Tränen zu trocknen,
Kinder, die sie selbst sein dürfen, lernen wie wunderbar das Leben ist.
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Leben! 
15.7.12, 09:22
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Leben!



Schlafen die Finsternis
träumen das Licht
ich vergesse dich nicht
hinab ins Vergangene
komme zurück
und höre Ohren
die Welt sprechen
weinen lachen
Augen sehen
die Wirklichkeit
brennen
wir schlafen
unermüdlich
und träumen das Licht
ich und du zahllose
Male bis ins Nichts
leben im Moment



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Gedicht 
15.7.12, 09:21
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Gedicht



Ich rede nicht von Sättigungsgefühl
hier ist die Rede vom Blut, das fließt
aus den Wunden,
vom Elend, vom Hunger, vom Traum-
zertrampeln die Felder, verdorren
die Früchte an klapprigen Utopien
hier ist Zorn, Täuschung, Fressen
und Gefressenwerden,
dies sind keine getupperten Sätze
frisch knackig kurz gedacht
dies ist eibn Hort der zu Tode
verwundeten Wahrheit,
Wo Engel stürzen,
Flügel, Flügel gebrochene Geschichte
das Gedicht ist
ein schonungsloser Ort
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