Heute Abend 
4.9.15, 20:11
Geposted von Kerstin Seidel

Heute Abend,



bleibt es noch lange hell
obwohl die Tage kürzer werden
verhallt der Lärm der schrillen Stunden,
flieht in Schatten zwischen Häuser
deren Fenster grell erleuchtet,
die die Nacht nicht kommen sehen
wollen bleiben wach und warnen
vor der Stille wagt man nicht aufzutreten
aus Angst den Schlaf der Schuldlosen
zu stören droht der Schritt von Vielen
leise die so einsam sind denn:
es hat im Leben sich irgendwas geändert
zum Unbekannten hin gehen sie
auf altbekannten Straßen geduckter Gang
gesendet aus von einer fremden Welt
von Wesen, die ewig bestehen, die sie
nicht verstehen jene Träume, die Atem rauben,
schwere schwüle Luft verströmt die Furcht
erschöpfter Bäume zitternd noch im Wind,
der wechselt seine Richtung aus Gewohnheit
wird Gewalt im Schutz der Dunkelheit hallen
schwere Schritte , die sich nicht trösten lassen
fliehen in die Nacht auf Zehenspitzen

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Anders! 
2.9.15, 13:22
Geposted von Kerstin Seidel

Anders!



Dein Auge

lächelt das Leben
grenzenlos schweigend
reden deine Lippen mit Berührung
wenn du sprichst,
dann spricht der Sommer
Duft und Farben,
halte mich fest du
Licht, Wärme, Wohlsein
und küsse meine Haut
rauh und roh und rund
schmiegen deine Arme
sich um meinen Leib,
tanzt deine Zunge zum Takt
meiner Lust auf und ab
spricht mir von Nähe
liebe mich
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Fremd! 
2.9.15, 07:12
Geposted von Kerstin Seidel

Fremd!



Staatsangehörigkeit: deutsch
ich bin
mir fremd
aber nur
zwei Worte
lang
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Leben! 
2.9.15, 07:04
Geposted von Kerstin Seidel

Leben!



Zwischen den Gefühlen
Hass und Liebe
aber
ist eine große Lücke
durch diese fliehe ich
in den Tag

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Haut! 
25.8.15, 20:43
Geposted von Kerstin Seidel

Haut -




dünne Schale,
verletzlich

fleischgewordener Mantel,
wärmend

glatte Oberfläche,
hübsch

bröckelnde Fassade,
marode

vibrierende Zellen,
geil


kalter Kokon,
fremd

zartes Stück,
ich
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Utopia! 
23.8.15, 07:07
Geposted von Kerstin Seidel

Utopia!



Im Anderssein
Ähnliches finden

Im Verlorensein
Heimat finden

Im Loslassen
Halt finden

Im Fremdsein
Nähe finden

Im Ichsein
Dich finden

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Am Frühstückstisch angeeckt 
22.8.15, 19:55
Geposted von Kerstin Seidel

Am Frühstückstisch angeeckt:



Weil alle Wunden nach innen gehen
was sind wir anders als dieses Fleisch wir sind
viel mehr ganz zart
ganz weich nach außen hin hart
das Innen darf keiner sehen aber
ich will das nicht und du kannst
nicht verstehen wie schwer es ist
einfach ich selbst zu sein so zart
so Fleisch so schwach so klein
du redest ich schweige es hat keinen Zweck
wir verstummen an uns es ist wieder weg
dieses Gefühl führt zurück da war
ich schon mal zeig dir Vieles
aber nicht meine Qual mein Leid
das ist mein Ding und ich sing sing
lalala gegen die Angst hilft rauchen
hast du mal ne Zigarette? wenigstens eine Frage
auf die ich gern konkrete Antwort hätte
jetzt kommt kein Gott aus der Maschine
hätten wir Hoffnung aber wir haben nur
Margarine auf zu viel Brot verstrichen so
fühl ich mich - verbraucht, verglüht und ausgeblichen
na klar, ist das nicht deine Schuld wieso
hat das jemand behauptet? wieso fragt man
immer nach Schuld, wenn das Urteil "abgeliebt" lautet?
wenn die Geduld kein Faden mehr spinnt
ist das Erklärungsnot? keiner gewinnt- where is the next
best solution for this relationship is polution
in time just in time blicken wir vorwärts sind frisch
und froh gehen getrennte Wege natürlich
in Freundschaft und so nen Unsinn sagen wir dann
du schaust auf die Uhr ich schau auf den Mann
und ich ich will immer noch dich
verstehen was es zu entdecken gäbe dieses Gefühl
da war doch mal was zwischen uns weißte noch
doch doch wirklich wahr und das war so schön
so nah, ich will das wieder, ist mein Recht nee
ist es nicht, aber egal wir könnten so tun als ob
wir uns lieben, als hätte ich dir nie böse Emails
geschrieben, nie deinen Goldfisch vergiftet,
dein Sweatshirt zerrissen deinen Rasen vermint
und den Hund gebissen, wär das nicht möglich
so ein Happy End? wieso passiert das nur andern
und nie mir? es ist besser ich leb im Jetzt und Hier
gibt´s kein Wir, das klingt allemal gut red ich mir ein,
in echt fehlt mir der Mut anders zu sein, einfach ich selbst
ist zu schwierig für mich, nimmt mich jemand so
wie ich bin? ja das wär ein Ziel, da komm ich vielleicht hin

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Unsterblich! 
18.8.15, 13:40
Geposted von Kerstin Seidel

Unsterblich!



Deine Worte
sind das Atemholen
meiner Sehnsucht,
tief zum Leben
strebende Samenkörner
unter der schneebedeckten
Agonie der Nacht
liegt die Verwandlung
meiner Träume in
lächelnde Sterne eingehüllt
in die Wärme deiner Stimme
singt mein Herz
uns ein neues Lied
von der Unsterblichkeit
der Liebe,
die niemals
Amen sagen kann

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Verglüht! 
12.8.15, 08:49
Geposted von Kerstin Seidel

Verglüht!



Dein Blick, dein ganzes Gesicht
abgewendet innen
splittert das Licht tausend
tote Teilchen verglüht einmal
war ich jener Strahl, der den Tag beweist
eine eingeschlossene Sonne jetzt
schießt du mich ins All weit
entferntester Punkt zu dir
Abstand abgerissener Atem fort-
gerissen in frühzeitiges Sterben bin
die Null hinter der Summe deines Schweigens

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Unterwegs! 
11.8.15, 12:23
Geposted von Kerstin Seidel

Unterwegs!



Auf der Autobahn
schützend beiderseits
breiten Leitplanken
ihre Stahlschwingen
asphaltgraue
Überlebenssymetrie
auf der Fahrbahn
die Trennungslinien
schwarz auf weiß
Triumphe des Menschen
über die Angst
noch mal eben
mit 180 km/h
dem Tod davon
rasen mit rastloser
Vorwärtsbewegung
schneller, schneller
wir überholen
uns selbst

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